About

Autor_in: Kai Marie Linden

Fuck the arts, weil ich keine Lust darauf habe, dass sich manche überlegen, was Kunst ist. Dass das definiert werden darf oder muss. Dass man immer wieder hört: „Schön und gut, aber ist das Kunst?“ Sowohl von oben aus dem Kulturbetrieb („Hüstel, hüstel, wie trivial, das ist vielleicht Handwerk, aber…“) als auch von Leuten, die von sich selbst nicht behaupten, Kunst zu machen. („Ein Quadrat auf weißem Grund? Das kann ja meine xjährige Nichte genauso gut“.)

Als ob es eine Rolle spielen, ob etwas Kunst ist oder nicht! Dieser Begriff ist ein Nichtbegriff. Alles ist Kunst. Oder nichts. Alles kann Kunst sein. (Mist, wer hat das gesagt? Warhol?) Oder nichts. Und noch immer gilt: Alles ist Text. Bevor ich aber diesen Blog in einem Anfall impulsiver Angekotzheit umbenannt habe, hieß er postmodernlesen.wordpress.com. Etwas intellektueller, aber so what? Zu dem Namen hatte ich auf jeden Fall eine etwas klügere, weniger wütende Erklärung, die natürlich trotz allem noch immer auf meinen Anspruch zutrifft. Sie lautete wie folgt:

Was ist postmodern lesen? Lese ich mostmodern, weil ich Derrida zitiere? Alles ist Text? (Alles ist Text!) Und was bedeutet für mich postmodern? (Was bedeutet es denn für andere? Abgegriffener Begriff, den alle benutzen, ich weiß.)

Für mich ist es wichtig, zu wissen, woher jemand kommt. Ein Artikel ist nie nur ein ein Artikel, sondern Teil eines Diskurses und er wird geprägt davon, wer der_die Autor_in ist, woher er_sie kommt. Weiß ich, wer diese_r Autor_in ist, ändert das meine Wahrnehmung. Der Text selbst verändert sich, er IST dann ein anderer. (Hey, in der taz steht auch manchmal etwas über den Autor. I like that. Vielleicht funktionieren auch deswegen Blogs so gut? Ist das das Wesen von Blogs? Dass sie eine ‚echte‘ Stimme haben? Mmmm. Mmmm.)

Ich möchte wissen, wo Journalist_innen, Autor_innen, Regisseur_innen herkommen. Nicht biographisch, nicht privat. (Ich möchte nicht wissen, wer ihre Eltern waren und was ihre Lieblingsnachtisch ist. Obwohl. Why not? ) Ich möchte wissen, was und wen sie gelesen haben. (Wobei das durchaus das Private bedingen und vom Privaten bedingt sein kann. Klar.) Kein Text ohne Urheber_in – nicht weil ohne solchen nicht existierte, (Was für eine Spitzfindigkeit!) sondern weil er nie ohne solche_n gelesen wird. Kennen wir die_den Autor:in nicht, denken wir ihn_sie uns. Ein Text ruft immer eine_n Autor_in ins Leben – diese_r kann mit dem_der realen Schriftsteller_in und/oder mit deren_dessen Erzählstimme übereinstimmen, muss es aber nicht. Erfahren wir nur aber etwas über die_den tatsächliche_n Autor_in, erfahren wir damit nicht etwa mehr über den Text selbst, sondern halten von diesem Moment an einen anderen Text in unseren Händen. Ohnehin ist ein Text ja nie zweimal der Gleiche; er ändert sich – er ändert sich durch jedes erneute lesen.

Alles ist Lesen. Alles ist lesbar. Alles wird gelesen. Da ist wieder Derrida: Alles ist Text.

Forderung: Ich will Texte, in denen Autoren vorkommen. Ich will kein prätentiöses Sprechen über sich selbst in dritter Person Singular. Der_die Autor_in war an dieser Stelle irritiert? Bullshit. Ich war irritiert!

Darum will ich also sagen, woher ich komme. An was ich glaube. Wen ich gelesen habe. Wen ich nicht gelesen habe. Wen ich noch lesen will. Und vielleicht auch wen ich nicht gern gelesen habe. Wen ich nicht lesen will. Ich will mit Begriffen und Namen um mich schmeißen (ob die jetzt jedem was sagen oder nicht), die da erstmal wären: post constructivism, post structuralism, post modernism, post feminism, post gender. Post rock, post punk. (I’m so post, baby.) John L. Austin, John L. Austin, John R. Searle, Louis Althusser, Pierre Bourdieu, Michel Foucault. Derrida. Nietzsche. Judith Butler, Judith Butler, Judith Butler. (Jaja, ich mag Butler, Ihr habt’s kapiert.) Und ich will endlich mehr von Hanna Arendt lesen! Denken without bannister. Plurality and the in between.

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2 Antworten zu About

  1. lila schreibt:

    Aber der Autor ist doch tot – oder nicht 😉

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